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Wo darf ich Bogen schießen

 

Wer als Einsteiger mit dem Bogensport Kontakt bekommt, möchte gerne Schießen. Eventuell ist auch der Sohn oder die Tochter gerne bereit den Eltern mit Pfeil und Bogen zu zeigen wozu sie fähig sind. Nun stellt sich schnell die Frage, wo man mit dem Bogen überhaupt schießen darf. Häufig bietet sich ja der eigene Garten an oder auch ein freies Feld. Aber ist Bogenschießen an diesen Orten wirklich erlaubt und was ist, wenn etwas passiert?

 Die Antwort auf diese Fragen ist erst einmal einfach. Bogenschießen ist auf dem Bogenschießplatz im Verein erlaubt. Dort stehen in der Regel ausgebildete Trainer zur Verfügung und der Platz ist auch so abgesichert, dass nichts passieren kann. Das ist auch absolut vernünftig und sollte nicht anders gehandhabt werden.

 Nun ist dies aber nur die halbe Wahrheit, die Frage lautet ja, wo darf ich Bogen schießen? Um dies zu beantworten muss man sich das Waffengesetz anschauen bzw. die Waffenverordnung. Aus dem Waffengesetz geht eindeutig hervor, dass der Bogen keine Waffe nach dem Waffengesetz ist. Jedoch werden dennoch die im Waffengesetz bestimmten Sicherheitsbestimmungen auch für das Bogenschießen angewendet. So muss z. B. ein Schießleiter beim Schießen anwesend sein. Also, es muss eine Aufsicht anwesend sein, die dafür sorgt, dass nichts passiert. Und damit ist es auch auf den Punkt gebracht. Beim Bogenschießen darf nichts passieren.

 

Im Klartext heißt dass, dass der Bogen ohne Waffenschein erworben und transportiert werden kann. Es gibt auch keine Altersbeschränkung für das Bogenschießen. Dennoch gilt ja immer das Bürgerliche Gesetzbuch, wer einem anderen Schaden zufügt, muss den Schaden so ersetzen, als ob das Schadensereignis gar nicht eingetreten wäre.

 Sollte etwas passieren, wird zum einen der Bogensport in ein schlechtes Licht gerückt und zum anderen ist natürlich Niemand glücklich, wenn ein Schaden zu begleichen ist.

 Das Bogenschießen im heimischen Garten ist also absolut erlaubt. Man muss jedoch dafür Sorge tragen, dass der Pfeil das eigene Grundstück nicht verlassen kann. Ist dies Möglich, so kann Jemand gegen das Bogenschießen vorgehen und im Falle eines Unglücks kann natürlich der Grundstückseigentümer als auch derjenige der mit dem Bogen geschossen hat, in Regress genommen werden.

 Auch das Bogenschießen im Wald, auf dem freien Feld oder anlässlich von Feierlichkeiten (z. B. auf einer Kirmes oder auf einem Pfarrfest) ist erlaubt und dagegen ist gesetzlich nichts einzuwenden. Der Eigentümer des Grundstücks muss jedoch darüber informiert werden und dem Schießen auch zustimmen. Wenn bei diesem Schießen sicher gestellt ist, das nach menschlichem Ermessen nichts passieren kann, darf dann auch geschossen werden.

 



Wann kann denn nach menschlichem Ermessen nichts passieren?

Als erstes muss sicher gestellt werden, dass weder Mensch noch Tier durch den Pfeil verletzt werden können. Hierbei ist besonders auf Fehlschüsse zu achten. Wie weit kann ein Pfeil fliegen, wenn der Pfeil die Zielscheibe verfehlt hat?

Daran denken zumeist ja noch viele, aber Achtung, bei knappen Vorbeischüssen kommt es zu Abprallern, die den Pfeil mit hoher Geschwindigkeit nach links oder rechts verschwinden lassen und eventuell Jemanden Verletzen oder Dinge beschädigen können.

 

Selbstverständlich muss der Bogenschütze davon ausgehen, dass sein Pfeil nicht die Zielscheibe trifft und eventuell abprallen kann.

Es muss sicher gestellt sein, dass der Pfeil niemanden verletzen kann.

 

 

Nach der Schießordnung des Deutschen Schützenbundes muss der Schießplatz mindestens 15 m neben der Zielscheibe frei sein, außerdem muss von der Schießlinie aus betrachtet eine freie Fläche von 150 m vorhanden sein. Mit Pfeilfangnetz ist die Distanz kürzer (120 m).

  

Diese Angaben dürfen als Hilfsmittel verstanden werden, der Schützenbund geht natürlich auch von einem ausgebildeten und besonnenen Schützen aus. Außerdem muss natürlich auch die Bogenart betrachtet werden. Schieße ich mit einem Langbogen, der eine Reichweite von eventuell 40 - 50 m hat, dann darf die Sicherheitszone durchaus kleiner als 150 m sein. Benutze ich einen hochgedrehten Compound - Bogen, dann wäre ich mit 150 m wahrscheinlich längst nicht im sicheren Bereich. So ein Bogen kann schon einmal 400 m erreichen.

 Mit dem kurzen Satz, „es darf nichts passieren“ ist auch das Bogenschießen mit Kindern einzubeziehen. Ein kleiner Kinderbogen aus Glasfieber ist nicht so Gefährlich wie ein hochgezüchteter Compoundbogen. Aber weil es keine Altersbeschränkung für Kinder gibt, müssen die allgemeinen Vorsichtsregeln auch beachtet werden.

 

Die Empfehlung lautet natürlich, einen offiziellen Schießplatz aufzusuchen. Die Schießplätze sind behördlich abgenommen und werden alle 6 Jahre erneut auf die Schießtauglichkeit überprüft.


 
 
 

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