Schützen Halle

 

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»Schützenhilfe« für Gemeinschaft
Haller Grünröcke versteigern Adler für 2300 Euro — Schweigeminute nach dem Unglück in Marsberg

Halle (e1). für die Haller Schützengesellschaft hat die grün-weiße Saison begonnen. Traditionell kommt der Adler in jedem Jahr frisch herein geflogen, um dann nach dem großen Aufmarsch fachgerecht abgeschossen zu werden. Damit das möglich ist, braucht das hölzerne Tier jedoch einige Schnäpschen, viel Musik und das richtige Verstegerungsgebot.

 

 

 

 

Wenn es auf dem Kirchplatz bunt wird, ist Schützenfest in Halle: Das Traditionsfest
ist eine Säule des sozialen Lebens der Stadt, befindet zumindest Vize-Bürgermeister Dieter Baars

Noch vor dem ersten Schuss wird es beim Haller Schützenfest richtig spannend. Denn schon am Samstag treffen sich die Schützen mit ihren Freunden in der Remise, um den Adler zu versteigern. Die kreisweit einzigartige Tradition orientiert sich am amerikanischen Prinzip. Es zahlt also jeder nur so viel wie sein jeweiliges Gebot. Den Oberblick behält dabei Dieter Baars, der diesmal in Begleitung einer glamourösen Marlene-Puppe das Hämmerchen schwingt Besonders genau hälter dabei stets die Gebote im Auge, die auf eine 50-er Stufe runden oder eine Schnapszahl ergeben. Denn solche Einsätze werden mit einem Schnaps belohnt und einem Auftritt als Dirigent des Musikzugs Oesterweg. Dieser spielt daher unermüdlich bis der Adler schließlich für 2 300 Euro an Thorsten Wolff versteigert ist, um dort die Nacht bis zum Aufmarsch am Sonntag zu verbringen.
Gedenkminute
Denn dann scharen sich alle Schützen hinter das Tier aus der Werkstatt von Rainer Decke und folgen ihm auf den Kirchplatz. Die Abordnungen der Haller Vereine und des Kreisschützenverbands stehen schon parat, um von der Vorsitzenden Helga Große-Wächter begrüßt zu werden. Kurz, aber ausdrucksvoll geht sie dabei auf das jüngste Unglück in Marsberg ein, bei der ein Schützenkönig von einer Salutkanoine tödlich verwundet wurde: «Ob man es als Schicksal oder Zufall bezeichnet, es ist und bleibt für uns unbegreiflich«, sagt sie und bittet um eine Schweigeminute. Der Musikzug Oesterweg füllt diese jedoch gefühlvoll mit »ich hatt' einen Kameraden«. Allerdings wollen die Schützen nicht in der Trauer verharren. Immerhin, so erklärt es Helga Große Wächter, herrscht heim Schützenfest stets Ausnahmezustand für den ganzen Verein. »Das Fest gibt uns Gelegenheit zum sportlichen Wettstreit und ist gleichzeitig die Möglichkeit, generationsübergreifend eine jahrhunderte alte Tradition zu bewahren und mit Leben zu füllen«, sagt die Vorsitzende. Dass dies durchaus modern ist, darin können ihr der Vorsitzende des Kreisschützenbundes Reinhard Große-Wächter und der stellvertretende Bürgermeister Dieter Baars nur zustimmen. «Bei einem Schützenfest können Menschen aller Schichten sich gegenseitig  Schützenhilfe leisten. Dieses Wort vereint schießem und schützen und ist ein Zeichen dafür, dass man sich für den Schutz der Gemeinschaft engagieren muss«, fügte Dieter Baars weiter an. 
 

Schütze des Jahres

Er verweist auch darauf, dass der Schützenbund der viertgrößte Sportverband in Deutschland ist. Nicht umsonst zeichnet Helga Große-Wächter daher in diesem großen Rahmen den Schützen des Jahres aus. Thomas Herden hat seine Treffsicherheit mit dem Bogen bewiesen und freut sich sichtlich über das neue Gold an seiner Brust. Schon am Tag zuvor hat die Vorsitzende einige Beförderungen vorgenommen: So ist der ehemalige langjährige Oberst Hartmut Venohr nun zum Oberleutnant ernannt worden und darf seither das Band »in Treue Haller Schützen« am Ärmel tragen. Als neue Fahnenträger sind außerdem Roland Gerstmeyer und Vjekoslav Poradzik zu Leutnants erhoben worden.

 

 

Erste Könige (von Links): Jennifer Decke
und Sönke Beckord siegen mit Pfeil und Bogen

 

Die ersten gekrönten Häupter kann sie dann zusammen mit dem Abteilungsleiter Christian Decke unter den Bogenschützen feiern. Hier wurde Sönke Reckord (10) Schülerkönig, Daniel Martyn (13) Stadtschülerkönig und Jugendkönigin ist jetzt Jennifer Decke (16). 

 

 

 

 

 

 

 

Alles für den Vogel:
Cheyenne Deppermann bittet auch Reinhard Brinkkötter zur Kasse

 

 

 Thomas Herden ist als Schütze des Jahres ausgezeichnet worden. 

 

Partystimmung bei der Adlerversteigerung:
Traditionell lassen sich die Damen beim Feiern nicht lumpen

 


 
 
 

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