Schützen Halle

 

Verwaltung

Schützengesellschaft hat kein Königspaar
Beim Adlerschießen fehlt es an Bewerbern — Bierkönigin übernimmt erste Repräsentationsaufgaben

Halle
Traditionsbewusste Haller haben gestern vergeblich auf die drei Böllerschüsse aus der Salutkanone gewartet. Zum zweiten Mal nach 2006 und ein Jahr nach dem 200. Jubiläum hat die Schützengesell-schaft Halle kein Königspaar.
Petra Wagemann, die seit ges­tern amtierende Bierkönigin, hat im Rahmen der Proklamation gestern Abend erst einmal das Reprä­sentieren übernommen. Wie es dann weitergeht im Schützenjahr, werde sich zeigen, sagte Moderator Dieter Baars. Der bewährte Adlerversteigerer übernahm nach dem Insignienschießen das Mikrofon von Reinhard Brinkkötter und sah sich plötzlich der misslichen Lage ausgesetzt, dass die Zahl der freiwilligen Adlerschützen sich von einer Minute auf die andere auf null reduziert hatte. Baars überbrückte die von Vorsitzender Helga Große-Wächter verordnete Pause mit lockeren Sprüchen, nicht ganz ernst gemeinten Vorschlägen und mit Hilfe des Musikzuges Oesterweg, der unter der Leitung von Hans Dellwig mehrfach sein Können und sein umfangreiches Repertoire unter Beweis stellen musste.
Nach zwei tollen Tagen Schützenfest – darin waren sich die Grünröcke und ihre zumeist rot behüteten Damen einig – ging es auch am Montag zünftig und stimmungsvoll los. Der Marsch zum Festplatz an der Remise, das gemeinsame Frühstück, die obligatorischen Besuche an der Hansa-Apotheke und bei den Kiskers hatten den Grundstock gelegt für das Königsschießen. Beim Anlegen auf Apfel, Zepter und Krone ließ sich auch niemand lumpen, immerhin 32 angemeldete Schützinnen und Schützen musste Reinhard Brinkkötter aufrufen, dazu Ehrengäste aus dem Kreisverband, aus Westbarthausen und Werther.

 

Jungschütze Mario Vogelsang (47) hat den Apfel abgeschossen und lässt sich von Annette Detering (links) und Claudia Redecker zur Theke geleiten.

Starke Männer zum Schultern sind Mangelware geworden.

Das von Ulrike Speck fachmännisch eingerichtete Gewehr ermöglichte Mario Vogelsang seinen ersten Schützenfest-Treffer. Der »Jungschütze« (47) holte sich um 12.55 Uhr mit dem insgesamt 17. Schuss den Apfel. Das Zepter ging gut 20 Minuten später an Vorstandsmitglied Udo Schäde (63). Bis dahin waren 29 Schuss gefallen. Eine halbe Stunde und weitere 13 Schuss später ließ Kreisvorsitzender Reinhard Große-Wächter das Zepter purzeln.
Danach legte nur noch Rainer Decke als regulärer Bewerber an – wohl deshalb, um als Erbauer die Schießfestigkeit des Adlers eigenhändig zu überprüfen. Danach war Schluss, und Dieter Baars blieb am Ende nur die Verkündigung, dass die neue Bierkönigin Petra Wagemann, Wirtin des »Haller Willem«, sich erst einmal als Repräsentantin zur Verfügung stellt.
Das war der zweite Schreck für die Schützen. Der erste am frühen Vormittag war weniger ernst gemeint. Denn der noch am Samstag entflohene Adler kehrte am Montag als arg gerupftes Exemplar an die Remise zurück. »Der muss in Borgholzhausen ins Windrad gekommen sein,« mutmaßte Reinhard Brinkkötter. Zum Glück tauchte wenig später auch der Zwilling noch auf – unversehrt.

Moderator Dieter Baars hat seine undankbare Aufgabe hinter sich. Er dankt der neuen Bierkönigin Petra Wagemann, die zunächst bei der Proklamation als Repräsentantin fungiert.
Fotos: Klaus-Peter Schilling
Rückblick auf Sonntag:
Im Wettstreit der Teams von KGK, Taverne und Alt-Stadt holte sich Uwe Moll (von links) den Titel Stadtkönig für sein Team mit Peter Thenhausen, Manfred Berger, Martin Nikoleizig, Wolfram Reuter und Sebastian Fritzsch von der Altstadt.
Foto: Loose

 

 

 


 
 
 

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. weitere Informationen